Am Donnerstag, 24. Juli 2025 verstarb mit Terry „Hulk Hogan“ Bollea der wahrscheinlich bekannteste Pro Wrestler aller Zeiten und eine der letzten Stars einer Ära, deren Namen wirklich jedem bekannt waren. Hogan fiel in den letzten Jahren eher negativ als Trump-Unterstützer oder durch rassistische Äußerungen auf – das tut meiner Erinnerung an eine vergangene Zeit jedoch keinen Abbruch.
Ich finde, es ist wichtig zu differenzieren zwischen dem Hulk Hogan, mit dem ich (Baujahr 1980) als Kind groß geworden bin und dem Hulkster der letzten Jahre. Der „Larger than Life“-Charakter aus dem Ring der WWF, wie man sie auf Tele5 im Kabelfernsehen sehen konnte und der quasi sinnbildlich für die ersten neun Jahre der „WrestleMania“ und zahlreiche 8-Bit-Videospiele dieser Zeit steht. Der Ende der 90’er Jahre mit der Gründung der „New World Order“ in der WCW den großartigsten Heelturn der Wrestling-Geschichte hinlegte. Der in „Rocky III“ als Thunderlips einen grandiosen Gegner darstellte, in „Der Hammer“ gegen den bösartigen Kurt Fuller und seinen Wrestler Zeus antrat und der beim von mir als Kind geliebten „A-Team“ gemeinsam mit Mr. T die bösen Jungs verdresche. Der Hulk, der uns bei „Thunder in Paradise“ auf RTL gemeinsam mit Chris Lemmon im Hightech-Speedboat zu begeistern wusste, der bei „Mr. Nanny“ im Tutu tanzte und die Gremlins im zweiten Teil der hollywood’sten Monster-Gala in einem Cameo-Auftritt in die Grenzen wies. Der als „Leader of the Gang“ mit Green Jelly rockte und mit „Hulk Rules“ unter der Führung von Jimmy Hart ein ganzes Album besang. Der in zahlreichen „Direct to Video“-Gurken die Hauptrolle spielte und Dank dem Osbourne-Familien-Reality-TV-Hype mit „Hogan Knows Best“ eine weitere, extrem unterhaltsame Facette seines Lebens offenlegte. Der einen letzten, großen Run in der WWE hatte, von den Fans gegen The Rock wieder zum „Guten“ gezwungen wurde und der später nochmal seine Brötchen bei der Konkurrenz aus Nashville in eher zweifelhaften, dafür umso unterhaltsameren Auftritten mit vielen Altstars verdiente.
Das alles und noch viel mehr war Hulk Hogan für mich: Von frühester Kindheit bis Mitte der 2010’er Jahre in verschiedensten Formen quasi ununterbrochen willkommener Teil meines Lebens. Ich habe unzählige, schöne Erinnerungen an Hulk Hogan, die ich nicht missen möchte. Was macht da schon ein falsches, politisches Abbiegen im letzten Lebensjahrzehnt?
— Frankster