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Ein Blog. Mit Frank. Ein Blog. Mit Frank.
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Mein Lesejahr 2025 (Quartal 2)

Frank, 27. Juli 2025

Ich lese. Nicht soviel, wie ich gerne würde, aber ich lese. Vor allen Dingen habe ich meinen Kids in diesem Quartal einiges vorgelesen – schon alleine, weil ich es wichtig finde, dass die Fantasie nicht nur vom Fernsehen angeregt wird. Hier ist meine Auflistung (und kurze Meinung) zu den Werken, die ich im 2. Quartal 2025 konsumiert habe:

 

Otfried Preußler – Neues vom Räuber Hotzenplotz (1969)

Der Räuber Hotzenplotz kann mit einer List aus dem Spritzenhaus entkommen, verkleidet sich als Polizist und sorgt erneut für Aufregung, indem er Kasperls Großmutter entführt und Lösegeld fordert. Am Ende gelingt es Kasperl, Seppel und Oberwachtmeister Dimpfelmoser, den gerissenen Hotzenplotz nach einer turbulenten Verfolgungsjagd wieder hinter Schloss und Riegel zu bringen.

Wie schon der erste Teil im letzten Quartal kam Hotzenplotz überraschend gut bei meinen beiden Jungs an. Eine längere Geschichte zum Vorlesen, wenn auch nicht mehr ganz aktuell (zumindest in meiner vorliegenden Form) und – zumindest meinem Empfinden nach – auch nicht mehr ganz so schön wie der Vorgänger.

 

Otfried Preußler – Der kleine Wassermann (1956)

Der kleine Wassermann wächst mit seinen Eltern am Grund des Mühlenweihers auf und entdeckt neugierig die vielfältige Unterwasserwelt, wobei er viele Tiere kennenlernt und seinen besten Freund, den Karpfen Cyprinus, findet. Bald zieht es ihn auch außerhalb des Weihers in die Welt der Menschen, wo er zahlreiche Abenteuer erlebt und den Zauber wie die Gefahren des Unbekannten kennenlernt. Als der Winter den Weiher zufrieren lässt, zieht sich die Wassermannfamilie gemeinsam zur Ruhe zurück und beendet damit einen erlebnisreichen Jahreszyklus.

Schwieriger vorzulesen als Hotzenplotz und ganz ohne persönlichen Bezug. Ich hatte das Buch zwar als Kind und meine Mutter wird es mir auch mal vorgelesen haben, aber sie fand es wohl ähnlich nichtssagend wie ich. Vielleicht ein Klassiker – aber keiner, den man ohne persönlichen Bezug weitergeben muss. Nichtssagend und relativ langweilig.

 

Dean Koontz – Die Anbetung (2003)

In „Die Anbetung“ von Dean Koontz entdeckt der junge Imbisskoch Odd Thomas, der Tote sehen und mit ihnen kommunizieren kann, im Wüstenstädtchen Pico Mundo einen unheimlichen Fremden, den geheimnisvolle, schattenhafte Wesen umgeben – Vorboten eines nahenden Grauens. Während Odd mit seiner Freundin Stormy versucht, das drohende Unheil zu verhindern, stößt er im Haus des Fremden auf einen Schrein für Massenmörder und erkennt, dass die Stadt von einer teuflischen Verschwörung bedroht ist, der er sich mit Mut, Cleverness und großer Menschlichkeit entgegenstellt

Ich wollte mich schon sehr lange an die „Odd Thomas“ Reihe von Dean Koontz wagen. Mit Werken von Dean Koontz und John Saul war ich bereits während meiner Stephen King-Phase als Jugendlicher In Verbindung gekommen – leider sprang der Funke damals nicht über (eventuell auch, weil die beiden Mitbewerber nicht das Talent von King besitzen). In den letzten Jahren habe ich jedoch den ein oder anderen Koontz gelesen und seinen Schreibstil schätzen gelernt. „Die Anbetung“ war durchaus unterhaltsam und macht Lust auf mehr (…was auch schon im Bücherschrank wartet! 😉)

 

Stephen King – Revival (2015)

Der Roman erzählt die Geschichte von Jamie Morton, der als Kind den charismatischen Pfarrer Charles Jacobs kennenlernt, der nach einem Unfall vom Glauben abfällt und sich fortan als Wunderheiler mit elektrischen Experimenten versucht, die schreckliche Nebenwirkungen hervorrufen. Jahre später begegnet Jamie dem gealterten Jacobs erneut, der ein letztes, gefährliches Experiment plant, um mit Hilfe von „geheimer Elektrizität“ und einem Blitzeinschlag die letzte Grenze zwischen Leben und Tod zu überwinden, was zu fatalen Visionen einer düsteren Parallelwelt und einem dramatischen Showdown führt.

Kein „klassischer King“ – allerdings welches seiner Spätwerke der letzten *überleg* 20 Jahre lässt sich noch als solches betrachten? King ist… gut. Nicht „sehr gut“, das war er in vielen früheren Werken – aber er enttäuscht auch nie. So auch hier. Revival ist ein gutes Buch. Kein sehr gutes Buch. Ein originelles Buch. Kein sehr originelles Buch. Kann man gelesen haben – muss man jedoch nicht.

 

Stefan Zweig – Schachnovelle (1942)

„Schachnovelle“ erzählt von der Begegnung zwischen dem Schachweltmeister Czentovic und dem geheimnisvollen Dr. B. auf einer Schiffsreise, wobei Dr. B. – gezeichnet von der Isolationshaft unter den Nationalsozialisten – durch das Schachspiel an die Grenzen seines Verstandes geführt wird und in der Konfrontation mit Czentovic die zerstörerischen Folgen seiner psychischen Belastung offenbart. Die Novelle verwebt das psychologische Duell am Schachbrett mit Dr. B.s innere Zerrissenheit, die aus seiner einsamen Beschäftigung und Obsession mit dem Schach während der Haft resultiert, sodass das Spiel für ihn zugleich Rettung und erneute Bedrohung bedeutet.

Das Werk hatte ich schon lange meinem „Stapel der Schande“ (leider liegen da noch viel zu viele Klassiker. Es hat mich wirklich für kurze Zeit (kein langer Schmöcker, muss aber auch nicht immer sein) gut unterhalten und auch zum Nachdenken gebracht.

 

Richard Bachmann – Regulator (1996)

An einem scheinbar normalen Sommertag verwandelt sich die Poplar Street im kleinen Ort Wentworth schlagartig in einen Ort des Grauens, als futuristische Lieferwagen auftauchen, wahllos Menschen erschießen und sich die Straße in eine bizarre Westernkulisse mit Monstern und Fernsehfiguren verwandelt. Die überlebenden Bewohner geraten in eine von einem mysteriösen, in einem Jungen wirkenden Wesen namens Tak verzerrte Realität und müssen gegen eine Reihe furchteinflößender Angriffe ums Überleben kämpfen.

Ich bin inzwischen alt genug um Bücher zweimal zu lesen. Stephen King erzählte in jedem Zeitraum die gleiche Geschichte zweimal: Einmal als Bachmann und einmal unter dem King-Banner („Desperation“). Ich habe bzw. hatte an beide Bücher keine Erinnerung mehr außer dem Namen des Monsters („Tak“), weswegen ich diese auf Wiedervorlage legte. Nach „Regulator“ weiß ich jetzt zumindest, warum ich mich an nichts mehr erinnerte: Da ist nicht viel erinnerungswürdiges!

 

Otfried Preußler – Hotzenplotz 3 (1973)

Im dritten Band, „Hotzenplotz 3“, wird der Räuber Hotzenplotz wegen guter Führung aus dem Gefängnis entlassen und beschließt, seine Räuberlaufbahn endgültig zu beenden – doch weder Kasperl, Seppel noch die Großmutter trauen dem plötzlichen Sinneswandel und behalten ihn mit Hilfe von Frau Schlotterbecks Kristallkugel misstrauisch im Auge. Als Hotzenplotz all seine Waffen vernichtet und im Moor versenkt, entwickelt sich aus dem einstigen Gegenspieler langsam ein integratives Mitglied der Gemeinschaft, das lernen muss, wie man ohne Gaunereien durchs Leben kommt.

Gut gemeint, aber definitiv der schwächste Band der Reihe. Mein Ältester war fast kontinuierlich irritiert, warum und weswegen Hotzenplotz plötzlich „ein Guter“ war und auch ich hätte mich über eine „klassische Räubergeschichte“ wesentlich mehr gefreut.

 

Astrid Lindgren – Karlsson vom Dach (1955/1963 dt. Release)

„Karlsson vom Dach“ erzählt von dem fantasievollen Jungen Lillebror, der mit dem frechen, selbstbewussten und fliegenden Karlsson auf dem Dach eine ungewöhnliche Freundschaft erlebt und durch Streiche, Abenteuer sowie Karlssons anarchischen Humor aus seiner Einsamkeit geholt wird. Die turbulenten Erlebnisse des unberechenbaren Karlsson bringen Lillebror Mut, Selbstvertrauen und jede Menge Aufregung – sehr zum Leidwesen der skeptischen Erwachsenen, die zunächst nicht an die Existenz dieses sonderbaren Freundes glauben.

Der war wirklich schwer… also schwer zum (vor)lesen, meine ich: Schwedische Namen, schwedische Bezeichnungen, nicht mehr zeitgemäßes Body Shaming. Ich muss unbedingt mal meine Mutter fragen, ob sie damals auch schon mit diesen Problemen konfrontiert wurde, weil das Buch wurde mir definitiv als Kind vorgelesen und ich habe gute Erinnerungen an Buch & Serie. Vorlesen würde ich es allerdings nicht nochmal! 😉

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